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Pressemitteilung

WDR-Volontärseminar der Chemieverbände NRW

- Gentechnik zum anfassen -

Düsseldorf (nm) "Durch das gezielte Einschleusen eines fremden Gens in die eigene DNA lassen sich z.B. Bakterien dazu bringen, nicht die eigenen, sondern auch rekombinante Stoffe zu produzieren.", so Dr. Jutta Hansen von der Bayer AG Wuppertal in ihrer Einleitung zum Thema Gentechnik. Ein Satz, den die 12 Volontäre des WDR nicht ohne Nachfragen stehen ließen, waren sie doch alle keine Experten zum Thema Bio- und Gentechnologie.

Ein Biologe, ein Physiker und zehn Geisteswissenschaftler folgten der jährlichen Einladung der Chemieverbände Nordrhein-Westfalen in das Forschungszentrum nach Wuppertal. Dort sollten sie innerhalb von zwei Tagen in dem Schülerlabor der Bayer-Werke DNA isolieren und begutachten. Dr. Hansen und ihr Team gingen dabei in aller Ruhe und Sachlichkeit vor, indem sie den ungewohnten und theoretischen Stoff mit praktischen Übungen auflockerten.

Der späte Nachmittag galt dem 21. Jahrhundert und der Fragestellung, ob dies ein Jahrhundert der Biotechnologie werde. Um diese Frage mit den Volontären zu behandeln, hielt Dr. Solaro, BioTech Consultant aus Dormagen einen ausführlichen Vortrag über die Risiken und zukünftigen Herausforderungen der Biotechnologie im 21. Jahrhundert. Großen Diskussionsbedarf gab es besonders zu der Abwägung zwischen möglichen Risiken und erwarteten Nutzen der Bio- und Gentechnik, unter Berücksichtigung der zukünftigen Entwicklungen .

Der zweite Tag begann mit den Rahmenbedingungen grüner Gentechnologie und dem Thema Biotechnologie - Neue Wege des integrierten Umweltschutzes. Dazu referierte Dr. Wolfgang Schuchert vom Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung Köln und Dr. Stefanie Heiden, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück.

Die Vorträge und anschließenden Diskussionen der letzten beiden Tage sollten aber nicht ohne eine abschließende Podiumsdiskussion enden. Eine umfassende Berichterstattung und Informationsvermittlung über das Thema Biotechnologie war nur ein Teil den die Chemieverbände NRW geplant hatten. Einer möglichen Einseitigkeit und "Meinungsmache" innerhalb des zweitägigen Seminars sollte vorgebeugt werden und somit endete das Seminar mit dem Punkt: "Volontäre fragen - Experten antworten". Die Experten setzten sich zusammen aus der Vizepräsidentin des nordrhein-westfälischen Landtages und chemiepolitischen Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Katrin Grüber; Isabelle Mühleisen, Expertin zum Thema Lebensmittel und Gentechnik von der Verbraucherzentrale NRW; Dr. Wolfgang Schuchert; Dr. Jutta Hansen und als Moderator Norbert Minwegen, Pressesprecher der Chemieverbände NRW.

Nach den Eingangsstatements der Experten nutzten die Volontäre die Gelegenheit und stellten ihre Fragen aus den Laborversuchen und der Gewinnung von DNA aus der Zwiebel und den vorangegangenen Fachvorträgen. Schwerpunkte waren hier, das Humane Genomprojekt, die Möglichkeiten mit Hilfe der Gentherapie Krankheiten zu heilen und die Vorteile sowie Probleme der "grünen" Gentechnik. Hierbei wurde kontrovers die Positionen zum Thema Killergen, mögliche Antibiotikaresistenzen, Freisetzungsversuche und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln dargelegt.

Das einstimmige Urteil der Volontäre fiel dann auch höchst positiv und zufrieden aus, besonders die Offenheit und das Problembewusstsein der Chemischen Industrie für zukünftige Entwicklungen in den neuen Technologiebereichen stieß auf eine positive Resonanz. Mit diesem Volontärseminar der Chemieverbände NRW wurde eine langjährige Tradition fortgesetzt, sich den Volontären in den verschieden Ausbildungsstufen im WDR zu stellen. Enge Berührungspunkte bestehen hier im Rahmen von Kamerainterviews, zu denen sich der Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Chemieverbände NRW zur Verfügung stellt, bis hin zu dem zweitägigen Seminar, in dem die Volontäre Pro und Contra der Bio- und Gentechnologie kennen lernen.

Bei Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Norbert Minwegen
Presse- und Öffentlichkeitsabteilung der Chemieverbände NRW
Ivo-Beucker-Str. 43, 40237 Düsseldorf

Fon: 0211 / 679 31 44
Fax: 0211 / 679 31 88

E-Mail: minwegen@nrw.vci.de

 

  Letzte Änderung: 23.05.2003 © Chemieverbände NRW 2003