|
Lehrerkongress der Chemieverbände
NRW am 14. Oktober 2003
Chemie
präsentiert sich mit Innovationspotenzial für die
Zukunft |
|
Düsseldorf
(wae). Für einen Tag tauschten rund 300 Chemie- und Biologielehrerinnen
und /–lehrer die Rollen mit ihren Schülern und informierten
sich auf dem elften Lehrerkongress der Chemieverbände NRW über
die Themen Farben und Lacke, Perspektiven der Ausbildung
in der Chemischen Industrie sowie moderne Biotechnologie und Gentechnik.
Naturwissenschaftliche und zukunftsweisende Themen wurden in der
Ausstellung „Markt der Möglichkeiten“ dargestellt und durch
Informationsstände nordrhein-westfälischer Chemieunternehmen
unterstützt.
In der Begrüßung
zählte Prof. Dr. Horst-Dieter Schüddemage, Vorstandsmitglied
VCI NRW und Geschäftsführer der InfraServ GmbH & Co.
Knapsack KG, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige
Innovationskraft der Chemieunternehmen auf und betonte hierbei auch
die wichtige und notwendige Zusammenarbeit von Schule und Industrie.
Dass die Chemische Industrie im Zuge der internationalen Vernetzung
der Märkte die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie
gestärkt hat, kommt auch den jungen Menschen zugute. Die Aussichten
am Arbeitsmarkt für Chemiker sind trotz wirtschaftlich schwieriger
Lage weiterhin gut und der Chemikerberuf hat Zukunft.
| 
|
In Vertretung für Ute Schäfer, Ministerin
für Schule, Jugend und Kinder in NRW, hielt Prof. Dr. Heinz
Wambach, Leitender Regierungsschuldirektor der Bezirks-Regierung
Köln, ein Grußwort und übermittelte die besten
Wünsche der Bildungsministerin, die aus terminlichen Gründen
in diesem Jahr nicht am Lehrerkongress der Chemieverbände
NRW teilnehmen konnte.
In seinem Grußwort betonte er die Notwendigkeit einer
gezielten Schulförderung im Bereich Chemie und verwies
die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer auf die vielfältigen
Möglichkeiten der Förderung durch den Fonds der Chemischen
Industrie. Auch betonte er die Notwendigkeit der Kooperationen
zwischen Schulen und Unternehmen der Chemischen Industrie. In
dieser Art der Zusammenarbeit sind in den letzten Jahren sehr
viele positive Beispiele anzumerken, ein Trend, der aus seiner
Sicht auch in der Zukunft weiter unterstützt werden muss.
Nur durch eine gute Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen
ist ein praxisnaher Unterricht, der in der heutigen Zeit dringend
erforderlich ist, zu gewährleisten. Oftmals ist es lediglich
notwendig, die interssierten Schulen mit den Unternehmen in
der Nähe zusammenzubringen, eine Aufgabe, die auch die
Chemieverbände NRW übernehmen können. Positive
Beispiele einer intensiven Zusammenarbeit wurden den Teilnehmerinnen
und Teilnehmern mehrfach in der parallelen Ausstellung gezeigt.
|
Chemiker werden
nicht nur in der chemisch-pharmazeutischen Industrie benötigt,
sondern zunehmend in anderen Bereichen der Wirtschaft, in Gewerbe
und Dienstleistung und natürlich in der Grundlagenforschung
an den Hochschulen und als kompetente Vermittler an den allgemeinbildenden
Schulen. Die Ausbildung zum Chemiker ist dementsprechend vielseitig
und kann sehr individuell, den eigenen Wünschen und Neigungen
entsprechend, gestaltet werden. Um jedoch den aktuellen Bedürfnissen
dieser modernen und innovativen Industrie gerecht zu werden, bedarf
es auch einer modernen Ausbildung. Dass dies in der Praxis vorzufinden
ist, verdeutlichte das Team der Rhein-Erft-Akademie, welches das
modulare Ausbildungskonzept erläuterte, jedoch nicht ohne auf
die Defizite der Schulabgänger einzugehen, welche häufig
eine Ausbildung im komplexen Bereich der Chemischen Industrie unmöglich
machen.
Prof.
Dr. Thomas Brock, Hochschule Niederrhein, stellte nach seinem
Vortrag „Vom Kunstharz zum Autolack“ das Schulmedienpaket
„Farben und Lacke“ für die Sekundarstufe vor, welches
den Teilnehmer-/Innen mit den Kongressunterlagen zur Verfügung
gestellt wurde. Die Medien wurden in diesem Jahr gemeinsam
mit Fachleuten aus den wissenschaftlichen Bereichen wie Chemie,
Pädagogik, Schulphysiologie, Kommunikationswissenschaften
entwickelt, didaktisch aufbereitet und vom Fonds der Chemischen
Industrie herausgegeben. Nach den Grundlagen erläuterte
Dr. Andreas Poppe, BASF Coatings AG, die neuen Innovationen
im Lackbereich. So ist zum Beispiel durch Zugabe von speziellen
Additiven und unter Verwendung von speziellen Methoden heute
schon ein Lack möglich, der den Lotuseffekt von Pflanzen
imitiert und schmutzabweisend ist. Aber auch hier gibt es
Grenzen, zum Beispiel in der Automobilindustrie, denn ein
solcher Lack verliert ab einem Tempo von ca. 120 km/h seinen
Lotuseffekt. |

|
Nach den Themen
„Farben und Lacke“ und Ausbildung, verdeutlichte Prof. Dr. Heinz
Saedler, Vorstand von Köln Pub e.V., die Chancen und Risiken
der grünen Gentechnik. Neben einer allgemeinen Bestandsaufnahme
zu den möglichen Einsatzbereichen der Gentechnik, wurden die
Möglichkeiten im Bereich der Entwicklung von Pflanzen besprochen.
Sein Fazit ist die Forderung nach „einer Enttabuisierung der Gentechnik
sowie einem gesellschaftsübergreifenden Dialog zwischen Wissenschaftlern,
Produzenten und Verbrauchern“.
„Wie kann der Gentechnikunterricht
in der Schule verbessert und interessanter gestaltet werden? Und
wie lassen sich die hohen Materialkosten auf ein erträgliches
Maß reduzieren?“ waren Fragen auf die Dr. Heidrun Fusswinkel,
ebenfalls Vorstand des Vereins KölnPUB e.V., Antworten und
Anregungen gab.
 |
Den Abschluss und Höhepunkt des Kongresses
bildete in diesem Jahr eine Experimentalshow zum Thema „Chemie
und Magie“. 23 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen
acht und neun des Werner-Heisenberg-Gymnasium Leverkusen führten
chemische Experimente vor, die in den Zwischensequenzen durch
den Zauberer „Fred Magino“ ergänzt wurden. Nach einer Idee
und unter der Leitung von Elke Schumacher vom Werner-Heisenberg-Gymnasium
Leverkusen begeisterten die Schüler die anwesenden Lehrer-/Innen
derart, dass es am Schluss zu „Standing Ovations“ kam. |
Bei Rückfragen steht
Ihnen zur Verfügung:
Uwe Wäckers
Chemieverbände NRW
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ivo-Beucker-Str. 43
40237 Düsseldorf
Fon: 0211 / 679 31 44
Fax: 0211 / 679 31 88
E-Mail: waeckers@nrwchemie.de
|