|
Abschluss des EU-Chemikalienpolitikplanspiels
REACH vorgestellt
13.
Januar 2004
Erhebliche
Nachbesserungen an neuer Chemikalien-Richtlinie unabdingbar - Anforderungen
für Unternehmen vielfach nicht händelbar
Düsseldorf
– Im Rahmen einer Landespresskonferenz, stellten Umweltmimisterin
Bärbel Höhn und Wirtschaftsmimister Harald Schartau den
Abschluss des in NRW durchgeführten Planspieles zum Neuordnungsentwurf
der EU-Chemikalienpolitik vor. Harald Schartau betonte in seinen
Ausführungen die Notwendigkeit einer Praktikabilität der
Umsetzung gerade für den Mittelstand, wobei das Hauptaugenmerk
von Bärbel Höhn auf den Belangen des Verbraucherschutzes
lag.
| Einig waren sich beide Minister, dass es bei dem
derzeit vorliegenden Gesetzesentwurf noch einen erheblichen
Nachbesserungsbedarf gibt, wobei es laut Schartau und Höhn
nicht mehr um das "ob", sondern vielmehr um das "wie"
geht. |
 |
Wirtschaftsmimister
Harald Schartau: "Die Chemieindustrie gehört
zu den wichtigsten Arbeitgebern im Land. Gleichzeitig ist sie einem
hohen Anpassungsdruck ausgesetzt. Diese Belastungsgrenzen muss auch
eine moderne Chemikalienpolitik im Blick behalten.
Die neue europäische
Chemikalienpolitik wird zudem nicht nur Auswirkungen auf die Chemische
Industrie, sondern auf alle Industriebetriebe haben, die Chemikalien
herstellen, importieren und verwenden. Der Europäische Rat
hat sich vor knapp vier Jahren in Lissabon das Ziel gesteckt, die
Europäische Union innerhalb von 10 Jahren zur wettbewerbsfähigsten
Region der Welt zu machen. Zu diesem Ziel darf die europäische
Chemikalienpolitik nicht in Widerspruch geraten."
Das Fazit des
Wirtschaftsministers: " Chemiestandorte brauchen auch
Akzeptanz, und dazu ist moderner Umwelt- und Verbraucherschutz unabdingbar.
Deshalb arbeiten wir konstruktiv an der Verordnung mit. Aber genauso
klar ist auch: Käme sie in ihrer jetzigen Form, würde
die Konkurrenzfähigkeit unserer Chemieindustrie stark beeinträchtigt.
Das muss auch mit aller Deutlichkeit und auf allen Ebenen klar gemacht
werden."
Umweltministerin
Bärbel Höhn: "Das Planspiel hat wichtige und
praktische Verbesserungsvorschläge hervorgebracht. Es hat auch
gezeigt, dass die kleineren und mittleren Unternehmen gerade in
der Anfangsphase Unterstützung durch Beratung bei der Umsetzung
der neuen EU-Chemikalienpolitik benötigen, denn auf sie werden
ganz neue Anforderungen durch eine stärkere Produktverantwortung
zukommen. Das Planspiel hat aber auch zum Entstehen neuer Netzwerke
beigetragen. Nicht nur zwischen Firmen, sondern auch zwischen Firmen
und Behörden haben sich neue bzw. intensivere Kontakte entwickelt.
Deshalb bin ich zuversichtlich, dass es gelingen wird, die EU-Verordnung
praxisgerecht umzusetzen, so dass gleichzeitig die menschliche Gesundheit
und die Umwelt einerseits und die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit
der Chemischen Industrie andererseits geschützt werden. "
Hintergrund zum
Planspiel: An dem Praxistest, der von September bis November
2003 durchgeführt worden ist, haben sich etwa 25 NRW-Unternehmen
aller Größenordnungen aus den Branchen Chemie, Farben
und Lacke, Textil und Bekleidung, Kunststofferzeugung und –verarbeitung,
Oberflächentechnik, Metallverarbeitung und Automobil sowie
Bundes- und Landesbehörden und Nicht-Regierungs-Organisationen,
wie der BUND oder die Verbraucherzentrale NRW, beteiligt. Der Verband
der Chemischen Industrie (VCI) und andere Fachverbände haben
das Vorhaben der Landesregierung aktiv unterstützt.
Bei Rückfragen steht
Ihnen zur Verfügung:
Uwe Wäckers
Chemieverbände NRW
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ivo-Beucker-Str. 43
40237 Düsseldorf
Fon: 0211 / 679 31 44
Fax: 0211 / 679 31 88
E-Mail: waeckers@nrwchemie.de
|