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Chemie-Arbeitgeber fordern Stabilitätsrunde
7.3.2005
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Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC)
hat die Forderungsempfehlung des IG BCE-Hauptvorstandes für
das Jahr 2005 mit der Aufforderung zu einer "tarifpolitischen
Stabilitätsrunde" gekontert. Die Tarifrunde gilt für
rund 1.900 Chemie-Unternehmen mit rund 550.000 Beschäftigten
in ganz Deutschland.
Moderne Tarifpolitik für Standort und Beschäftigung
Mit der IG BCE sind die Chemie-Arbeitgeber der Überzeugung,
dass die moderne Chemie-Tarifpolitik einen wichtigen Beitrag
zur Stabilisierung von Standort und Beschäftigung in Deutschland
leistet. Dazu tragen die tariflichen Flexibilisierungsinstrumente
und die Lohnpolitik in gleicher Weise bei. Deswegen ist auch
für die Entgeltrunde 2005 eine Stabilisierung der Tarifentwicklung
erforderlich.
Chemie-Aufschwung auf dünnem Eis
Hans-Carsten Hansen, Vorsitzender der BAVC-Tarifkommission,
kritisierte: "Das umfangreiche gewerkschaftliche Forderungspaket
ist von einem Zweckoptimismus geprägt, der die Konjunkturlage
der Chemie überzeichnet und ungeprüft in die Zukunft
fortschreibt. Die Risiken werden dagegen außer Acht gelassen".
Die Chemie-Konjunktur sei zwar - so Hansen - nach drei Jahren
der Stagnation im zweiten Halbjahr 2004 erstmals wieder angesprungen.
Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche im Inland
bewege sie sich jedoch auf dünnem Eis. Ob der Exportaufschwung
von Dauer sein werde, sei fraglich. Die IG BCE müsse zur
Kenntnis nehmen, dass die bescheidenen Wachstumsprognosen für
2005 ständig nach unten korrigiert worden seien.
Konjunktur mehrfach gespalten
Tarifpolitische Vorsicht sei geboten, weil die Chemie-Konjunktur
zudem in mehrfacher Hinsicht gespalten sei. Zwar meldeten die
größeren exportorientierten Firmen Erfolge auf den
internationalen Märkten. Eine erhebliche Zahl von mittleren
und kleinen Zuliefer-Firmen der Automobil- und Bauindustrie
stünde jedoch wegen der Binnenmarktflaute vor zum Teil
existentiellen Kostenproblemen. Dies gelte auch für viele
Pharmafirmen, die mit den Folgen der Gesundheitsreform kämpften.
"Angesichts der fragilen Konjunkturaussichten ist deshalb eine
tarifpolitische Stabilitätsrunde erforderlich, die für
alle Unternehmen dauerhaft bezahlbar bleibt", sagte Hansen.
Dies gelte insbesondere für die große Anzahl von
kleinen und mittelgroßen Firmen. Sie machen das Gros der
1.900 Mitgliedsunternehmen im Chemie-Flächentarif aus.
Kostenträchtiges Forderungspaket - komplizierte Verhandlungen
erwartet
Hansen kennzeichnete die Forderungsempfehlung der Gewerkschaft
als ein Paket mit einer ganzen Reihe komplizierter und kostenträchtiger
Elemente. Neben der Entgeltanhebung seien dies zusätzlich
u.a. die "tarifliche Altersvorsorge" und das Thema "Ausbildung".
So erfordere z.B. die Fortsetzung des Tarifvertrages "Zukunft
durch Ausbildung" eine weitere deutliche Erhöhung der Ausbildungsplatzzahlen
mit entsprechenden Kosten. Auf Unverständnis der Arbeitgeberseite
stoße die ungewöhnliche Forderung nach tariflicher
Besserstellung der Gewerkschaftsmitglieder. Eine solche finanzielle
Besserstellung (Tarifbonus) werde von den Chemie-Arbeitgebern
abgelehnt. "Wir stehen vor komplizierten und schwierigen
Verhandlungen. Ein Tarifkompromiss wird letztlich davon abhängen,
ob die Gesamtkosten für die Unternehmen dauerhaft tragbar
sind", sagte Hansen. Als positives Signal hätten die Chemie-Arbeitgeber
deshalb registriert, dass die IG BCE keine bezifferte Forderungsempfehlung
herausgegeben hat. Damit lasse sie Spielraum für die Suche
nach einem stabilitätsgerechten Tarifkompromiss. Am Ende
müsse "die Kirche im Dorf" bleiben.
Burkhard Jahn
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
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