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Verhandlung
vertagt
06.
Mai 2004
Die auf zentraler
Ebene fortgesetzten Tarifverhandlungen für die 580.000 Beschäftigten
der deutschen chemischen Industrie sind am Donnerstagabend ohne
ein Angebot der Arbeitgeber auf den 14. Mai in Lahnstein vertagt
worden. Zuvor hatten die Verhandlungskommissionen von Bundesarbeitgeberverband
Chemie (BAVC) und IG BCE in zähen Diskussionen keine wesentlichen
Annäherungen erzielen können.
Kontroverse Positionen
Die ganztägige Tarifdebatte stand unter dem Vorzeichen der
weiterhin schwachen Konjunktur der chemischen Industrie. Wie schon
in den vorangegangenen regionalen Verhandlungen, zeigte sich erneut
ein erheblicher Dissens in der Beurteilung der wirtschaftlichen
Lage und der Aussichten für das Jahr 2004. Die Arbeitgeber
warnten vor einer Überlastung der vielen mittleren und kleinen
Unternehmen, die 3 Jahre Flaute hinter sich hätten. Erstmals
wurde in diesem Zusammenhang auch die von der IG BCE geforderte
weitere Erhöhung der Ausbildungsplatzzahlen nach Maßgabe
des Chemie-Tarifvertrages "Zukunft durch Ausbildung" diskutiert.
Geringer Verteilungsspielraum
Der Verhandlungsführer des BAVC, Hans-Carsten Hansen, erklärte:
"Die kontroverse Debatte über die Wirtschaftslage hat
gezeigt, dass die Positionen beider Seiten immer noch weit voneinander
entfernt sind. Bei diesem Stand der Verhandlungen und angesichts
des äußerst geringen Verteilungsspielraums haben die
Arbeitgeber kein Angebot abgeben können." Zu einem dauerhaft
verkraftbaren Abschluss für die Masse der rund 1.800 Unternehmen
im Chemie-Flächentarif sei es noch ein weiter Weg. "Die
nächste Verhandlungsrunde am 14. Mai - so Hansen - wird zur
Nagelprobe für die Kompromissfähigkeit der Tarifparteien."
Burkhard Jahn
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
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