Düsseldorf,
19. April. „ Nach drei Jahren Rückgang
konnte Mitte 2004 der Abwärtstrend der chemischen
Industrie in NRW gestoppt werden. Ob diese Entwicklung
den Sommer überstehen wird, bleibt angesichts
der anhaltenden Konjunkturschwäche im Inland
fraglich. Denn trotz Trendänderung läuft
die Chemiekonjunktur noch nicht rund und hat auch
nur einige Sparten erreicht,“ so Prof.
Dr. Horst-Dieter Schüddemage, Vorsitzender
des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. (VCI)
NRW, auf dem Wirtschaftspressegespräch des
VCI NRW in Düsseldorf.
Ein leichtes
Produktionsplus, ein Erzeugerpreisanstieg um 1,1
% und leicht sinkende Beschäftigungszahlen
sind die Rahmendaten der Chemischen Industrie
NRW für das vergangene Jahr. Diese Zahlen
zeigen, dass in 2004 die Erholung endlich auch
die Chemie erreicht hat und die Abwärtsentwicklung
in NRW zumindest vorerst stoppen konnte. Getragen
wurde diese Entwicklung im wesentlichen durch
die in NRW stark vertretene erdölnahe Grundstoffindustrie
und durch den Export. Das Inlandsgeschäft
war insgesamt rückläufig und einzelne
Sparten, wie zum Beispiel die Arzneimittelhersteller,
mussten zum Teil deutliche Produktionsrückgänge
verzeichnen. Aber auch in der erdölnahen
Chemie sind die Erträge erheblich unter Druck
geraten, da die stark gestiegenen Ölpreise
nur teilweise an die Abnehmer weitergegeben werden
konnten. Der hohe Ölpreis, der schwache Dollar
und die allmähliche Abkühlung der Weltkonjunktur
dämpfen gemeinsam mit der anhaltenden Konjunkturschwäche
im Inland die Erwartungen der Industrie an eine
Fortsetzung der Belebung in der zweiten Jahreshälfte.
Prof. Schüddemage
: „Jeder Aufschwung der Konjunktur braucht
auch die Flankierung durch die Politik.“
Dies gilt vor allem bei der für die gesamte
Industrie bedeutsamen Neuausrichtung der europäischen
Chemikalienpolitik (kurz REACh). Werden die mittlerweile
klar auf dem Tisch liegenden Probleme dieses EU-Gesetzes
nicht gelöst, wird dies gravierende Auswirkungen
auf die wirtschaftliche Entwicklung in NRW haben.
Ein für die nordrhein-westfälische Chemie
zunehmendes Problem stellen die stetig wachsenden
Energiepreise dar. Die Netto-Strompreise, d.h.
die Strompreise ohne staatliche Abgaben, sind
allein seit 2003 um ca. 25 % gestiegen und liegen
damit in Europa mittlerweile an der Spitze. Bund
und Länder haben aus Sicht der Industrie
für einen funktionierenden Strom- und Gasmarkt
zu sorgen. „NRW ist noch Industrieland
Nr. 1. Damit dies auch künftig so blieben
kann, brauchen wir im Land, im Bund und in der
EU eine Politik, die Arbeitsplätzen und Innovationen
Vorfahrt gibt“ , so Prof. Schüddemage.
Kontakt:
Chemieverbände NRW
Leiter Kommuniklation
Uwe Wäckers
Tel.: 0211 / 67 93 144
Mobil: 0179 / 13 652 52 e-mail: waeckers@nrwchemie.de
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