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Chemiekonjunktur unsicher

PRESSEMITTEILUNG zum Wirtschaftspressegespräch des VCI NRW

20.4.2005

Düsseldorf, 19. April. „ Nach drei Jahren Rückgang konnte Mitte 2004 der Abwärtstrend der chemischen Industrie in NRW gestoppt werden. Ob diese Entwicklung den Sommer überstehen wird, bleibt angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche im Inland fraglich. Denn trotz Trendänderung läuft die Chemiekonjunktur noch nicht rund und hat auch nur einige Sparten erreicht,“ so Prof. Dr. Horst-Dieter Schüddemage, Vorsitzender des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. (VCI) NRW, auf dem Wirtschaftspressegespräch des VCI NRW in Düsseldorf.

Ein leichtes Produktionsplus, ein Erzeugerpreisanstieg um 1,1 % und leicht sinkende Beschäftigungszahlen sind die Rahmendaten der Chemischen Industrie NRW für das vergangene Jahr. Diese Zahlen zeigen, dass in 2004 die Erholung endlich auch die Chemie erreicht hat und die Abwärtsentwicklung in NRW zumindest vorerst stoppen konnte. Getragen wurde diese Entwicklung im wesentlichen durch die in NRW stark vertretene erdölnahe Grundstoffindustrie und durch den Export. Das Inlandsgeschäft war insgesamt rückläufig und einzelne Sparten, wie zum Beispiel die Arzneimittelhersteller, mussten zum Teil deutliche Produktionsrückgänge verzeichnen. Aber auch in der erdölnahen Chemie sind die Erträge erheblich unter Druck geraten, da die stark gestiegenen Ölpreise nur teilweise an die Abnehmer weitergegeben werden konnten. Der hohe Ölpreis, der schwache Dollar und die allmähliche Abkühlung der Weltkonjunktur dämpfen gemeinsam mit der anhaltenden Konjunkturschwäche im Inland die Erwartungen der Industrie an eine Fortsetzung der Belebung in der zweiten Jahreshälfte.

Prof. Schüddemage : „Jeder Aufschwung der Konjunktur braucht auch die Flankierung durch die Politik.“ Dies gilt vor allem bei der für die gesamte Industrie bedeutsamen Neuausrichtung der europäischen Chemikalienpolitik (kurz REACh). Werden die mittlerweile klar auf dem Tisch liegenden Probleme dieses EU-Gesetzes nicht gelöst, wird dies gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in NRW haben. Ein für die nordrhein-westfälische Chemie zunehmendes Problem stellen die stetig wachsenden Energiepreise dar. Die Netto-Strompreise, d.h. die Strompreise ohne staatliche Abgaben, sind allein seit 2003 um ca. 25 % gestiegen und liegen damit in Europa mittlerweile an der Spitze. Bund und Länder haben aus Sicht der Industrie für einen funktionierenden Strom- und Gasmarkt zu sorgen. „NRW ist noch Industrieland Nr. 1. Damit dies auch künftig so blieben kann, brauchen wir im Land, im Bund und in der EU eine Politik, die Arbeitsplätzen und Innovationen Vorfahrt gibt“ , so Prof. Schüddemage.

Kontakt:
Chemieverbände NRW
Leiter Kommuniklation
Uwe Wäckers
Tel.: 0211 / 67 93 144
Mobil: 0179 / 13 652 52   e-mail: waeckers@nrwchemie.de

 

  Letzte Änderung: 16.08.2005 © Chemieverbände NRW 2003