| Pressemitteilung
Düsseldorf, den 14.
Juli 2003
Dr. Michael Schulenburg: "Vereinbarung
zur Weitergabe von Emissionsdaten - ein wichtiger Schritt zu mehr
Effizienz im Umweltschutz"
Düsseldorf
- Nach langwierigen intensiven Verhandlungen haben das Umweltministerium
und der Verband der Chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen
heute die "Rahmenvereinbarung über die Weitergabe von
Emissionsdaten an die Behörden und die Öffentlichkeit"
unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist es, neue Wege und Möglichkeiten
zur Information der Behörden und der Öffentlichkeit über
die Emissionen von Anlagen zu schaffen. "Die jetzt gefundene
Übereinkunft kann für alle Seiten ein Gewinn sein“,
lobt deshalb Dr. Michael Schulenburg, Geschäftsführer
der Cognis Deutschland GmbH und zugleich Vorsitzender des VCI NRW,
den gefundenen Kompromiss.
Die Vereinbarung soll nach dem Willen der Vertragspartner eine
Alternative zum Instrument der Emissionsfernüberwachung (EFÜ)
sein, das insbesondere seitens der Chemischen Industrie als wenig
effizient und wenig hilfreich für den Umweltschutz kritisiert
worden war.
Ausgangspunkt der Gespräche war eine Anhörung im Landtag
Nordrhein-Westfalen im Oktober 1997. Damals hatten Vertreter der
Industrie die überbordende Bürokratie und mangelnde Effizienz
des Umweltschutzes in NRW beklagt und dabei unter anderem die Emissionsfernüberwachung,
die in vielen anderen Bundesländern nie eingeführt worden
ist, als Sonderproblem in NRW bezeichnet. Umweltbelastungen, die
einmal zur Begründung von EFÜ dienten – insbesondere
Emissionen von Schwefeldioxid (SO2) und Stickstoffoxide (NOX) –
seien bei Chemiestandorten seit vielen Jahren stark rückläufig.
Dies bestätigten damals auch schon die regelmäßigen
Jahresberichte des Landesumweltamtes über die Emissionen in
NRW. Wegen der positiven Entwicklung hatte das Amt sogar das Messstellennetz
teilweise ab- oder umgebaut. Der Streit hatte auch juristische Folgen.
Viele Unternehmen klagten gegen die Anordnungen von EFÜ; manche
Verfahren sind auch heute noch anhängig.
Nach der Neuauflage der rotgrünen Koalition im Mai 2000 kamen
dann die Gespräche zwischen dem MUNLV und dem VCI NRW in Gang.
In intensiven und zähen Verhandlungen wurden Möglichkeiten
ausgelotet, neue Wege und Möglichkeiten zur Information der
Behörden und der Öffentlichkeit über die Emissionen
von Anlagen zu schaffen und gleichzeitig den Aufwand der Unternehmen
zu reduzieren. Der VCI NRW sieht in der jetzt gefundenen Rahmenvereinbarung
eine für alle Seiten gewinnbringende Lösung.
Die Vereinbarung hat folgende Schwerpunkte:
- EFÜ als Vollzugsinstrument bleibt weiter bestehen. Eine
rechtskräftige EFÜ-Anordnung ist Voraussetzung dafür,
dass die jetzt unterschriebene Rahmenvereinbarung Anwendung finden
kann.
- Das von einer EFÜ-Anordnung betroffene Unternehmen hat
nunmehr die Möglichkeit, anstelle der Einführung einer
konventionellen EFÜ-Lösung einen Vertrag mit dem zuständigen
Staatlichen Umweltamt zu schließen, in dem genau festgehalten
wird, wann welche Information über die Emissionen von Anlagen
an die Behörden und die Öffentlichkeit weitergegeben
werden müssen.
- Die Information der Öffentlichkeit erfolgt wöchentlich
über das Internet und enthält die Tagesmittelwerte der
im Rahmen der EFÜ-Anordnung geforderten Emissionsdaten. Die
Behörden bekommen gleichzeitig stärker aufgeschlüsselte
Daten.
- Wenn außerhalb des Betriebsgeländes wahrnehmbare
Betriebsereignisse auftreten, die vom üblichen Betrieb abweichen
(z.B. besondere Rauchwolken, Gerüche o.ä.) informiert
das Unternehmen unverzüglich die Behörden und über
das Internet die Öffentlichkeit über Ursachen und etwaige
Folgen.
Vorteil der neuen Vereinbarung ist aus Sicht des VCI, dass den
durch EFÜ betroffenen Unternehmen eine Wahlmöglichkeit
gegeben wird. Die alternative Lösung vermeidet eine personalintensive
„rund-um-die-Uhr“-Onlinebetreuung durch die Unternehmen
und Behörden, da die Daten lediglich wöchentlich bearbeitet
werden müssen. Durch die Möglichkeit der Kommentierung
der Daten wird zudem ein Nachfragebedarf vermieden. Als positiver
Aspekt für den Bürger entsteht mit der neuen Vereinbarung
erstmals die Möglichkeit einer internetbasierten Information
über Emissionsdaten von Unternehmen.
Kontakt:
Chemieverbände NRW
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Uwe Wäckers
Tel.: 0211 / 67 93 144
Fax: 0211 / 67 93 188
Mobil: 0179 / 13 652 52
e-mail: waeckers@nrwchemie.de
Homepage: www.nrwchemie.de
|