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Pressemitteilung
5. März 2002
Chemieindustrie Nordrhein-Westfalen im Minus - Tarifverhandlungen
vertagt.
Chemiegewerkschaft für Fortsetzung
auf Bundesebene -
Düsseldorf.
"Die Chemiekonjunktur in Nordrhein-Westfalen ist schon seit
dem zweiten Quartal 2001 im Minus", so Wolfgang Böckly,
Bayer AG Leverkusen und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite
Nordrhein, bei der ersten Tarifverhandlungsrunde der chemischen
Industrie Nordrhein in diesem Jahr. "Der Konjunktureinbruch
des Jahres 2001 hat die Chemie in Nordrhein-Westfalen früher
und heftiger erwischt als andere Wirtschaftszweige". So ist
der Chemieumsatz 2001 um 3,0 Prozent auf 44,1 Milliarden Euro abgesackt,
wogegen das verarbeitende Gewerbe lediglich ein Minus von 0,7 Prozent
verzeichnet.
"Damit steht das Forderungsvolumen von 5,5 Prozent nicht im
Einklang mit den wirtschaftlichen Realitäten in der chemischen
Industrie", so Böckly. Derzeitig müsse alles unterlassen
werden, was Unsicherheiten für die Chemieunternehmen und die
Beschäftigung birgt. Denn trotz der schlechten Lage sei die
Beschäftigung in der chemischen Industrie im letzten Jahr im
wesentlichen stabil geblieben.
Die chemische Industrie ist seit Frühjahr 2001 in eine starke
Konjunkturflaute geraten. Nach den neuesten Zahlen ist die Produktion
in NRW im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent gesunken, der Umsatz um
3,0 Prozent und die Produktivität um 3,1 Prozent. Die Lohnstückkosten
stiegen gleichzeitig um 3,8 Prozent. Diese Landeszahlen seien, so
Dr. Friedrich Karl Weinspach, Hauptgeschäftsführer der
Chemieverbände Nordrhein-Westfalen, deutlich schlechter als
in den übrigen Bundesländern, aber auch schlechter als
der Industrie-Durchschnitt. Hingegen konnten im konjunkturell schwierigen
letzten Jahr die Realeinkommen der Chemiebeschäftigten gesichert
werden.
Das Forderungspaket der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und
Energie (IG BCE) enthält Bestandteile, die in die Zuständigkeit
der Tarifvertragsparteien auf Bundesebene fallen. Deshalb hat die
IG BCE eine Fortsetzung der Tarifverhandlung auf Bundesebene gefordert.
Die Chemiearbeitgeber für den Bezirk Nordrhein stehen diesem
Wunsch positiv gegenüber, erwarten jedoch schwierige Verhandlungen.
Selbst unter der Annahme einer Konjunkturbelebung gegen Jahresende
gibt sich Dr. Weinspach zurückhaltend. "Auch der Jahresbeginn
2002 ist von deutlichen Umsatzrückgängen gekennzeichnet.
Aus diesem Grund wird das Wachstum der Branche in diesem Jahr die
Stagnationsmarke nur knapp übersteigen."
Kontakt:
Chemieverbände NRW
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Norbert Minwegen
Tel.: 0211 / 67 93 144
Fax: 0211 / 67 93 188
Mobil: 0172 / 85 700 71
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