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Pressemitteilung
Düsseldorf, den 27.
August 2001
Chemieindustrie fürchtet Kostenbelastungen durch
neue EU-Chemikalienpolitik
Düsseldorf - "Die
von der EU-Kommission geplante EU-Chemikalienpolitik führt
zu erheblichen Kostenbelastungen in der Chemieindustrie und bedeutet
einen Verlust der Innovationsfähigkeit der Branche", erläuterte
Gernot Büchner, Vorstandsmitglied VCI NRW und Inhaber der Ernst
B. Büchner KG in Brüggen, bei einem Besuch der Produktionsanlagen
dem Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz (CDU). Besonders die mittelständische
Chemieindustrie wäre von der neuen europäischen Chemikalienpolitik
betroffen, die zur Zeit in Brüssel von der Kommission behandelt
wird.
Florenz, der umweltpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen
Parlament ist, besuchte auf Einladung der Chemieverbände NRW
das mittelständische Unternehmen der Lackindustrie, um sich
über die möglichen Auswirkungen der Brüsseler Pläne
zu informieren. "Deutschland muss bei den zur Zeit stattfindenden
Beratungen über die Neuausrichtung der europäischen Chemikalienpolitik
die Meinungsführerschaft in der EU übernehmen", so
Dr. Dietmar Eichstädt, Hauptgeschäftsführer Verband
der Lackindustrie. In der Chemischen Industrie wird nicht nur ein
Wegfall der Produktionsvielfalt befürchtet, sondern auch ein
Verlust der Innovationsfähigkeit der Branche.
Besonders für die Chemieindustrie in Nordrhein-Westfalen,
die zu 2/3 aus mittelständischen Betrieben besteht, birgt die
Neuordnung der EU-Chemikalienpolitik Gefahren. So könnten Produktionen
in kleinen Mengen für spezifische Anwendungen aufgrund eines
kostspieligen Zulassungsverfahrens schnell unrentabel werden. Stilllegungen
oder die Verlagerung von Produktionseinheiten außerhalb der
EU sind mögliche Auswirkungen. "Dabei sind die daraus
folgenden Auswirkungen auf andere Industriezweige, die ebenfalls
chemische Produkte verwenden, etwa in der Automobil- oder Baubranche,
noch gar nicht abzusehen", sagte Büchner nach dem Besuch
von Florenz. Weiterhin plädierte er für eine möglichst
weite Auslegung des "vorgesehenen Verwendungszweckes"
(Intended Use).
"Eine Einengung des Verwendungszweckes birgt für die Zubereitungsindustrie
große Gefahren. Wir sind darauf angewiesen, eine möglichst
breite Palette von Rohstoffen zur Verfügung zu haben, um unseren
Kunden technisch fortschrittliche Produkte anzubieten."
Grundsätzlich begrüßt die Chemieindustrie die neue
EU-Chemikalienpolitik, betont Martin Sträßer, stellvertretender
Geschäftsführer VCI NRW: "Die Information der Verbraucher
über Eigenschaften und Verwendung von Chemikalien ist eines
unserer freiwilligen Ziele, die wir im Rahmen von Responsible Care
(Verantwortliches Handeln) kontinuierlich umsetzen. Doch Brüssel
droht über das Ziel hinaus zu schießen." Die Branche
befürchtet einen enormen Kostenschub und die Erweiterung bürokratischer
Zulassungsverfahren für die Risikobewertung von chemischen
Stoffen. Sträßer verwies darauf, dass die Chemie sich
nicht verweigere, sondern auf ein einheitliches und handhabbares
Registrierungsverfahren dränge.
Aus diesem Grund haben die Chemieverbände NRW schon frühzeitig
Gespräche mit landesweiten und europäischen Politikern
geführt. Dabei wurden konstruktiv auf mögliche Folgen
für die Wirtschaftskraft des größten Bundeslandes
hingewiesen, die durch die neue EU-Chemikalienpolitik entstehen
könnten. Diese Gespräche werden bis zu den Abschlussberatungen
innerhalb der Kommission fortgesetzt.
Kontakt:
Chemieverbände NRW
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Norbert Minwegen
Tel.: 0211 / 67 93 144
Fax: 0211 / 67 93 188
Mobil: 0172 / 85 700 71
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