| Reform
der Betriebsverfassung: Bremsklotz für die Chemieindustrie
Düsseldorf (nom)
"Das neue Betriebsverfassungsgesetz bremst unternehmerische
Investitions entscheidungen, widerspricht jedem Versuch der
Entbürokratisierung und belastet vor allem die mittelständische
Industrie", so Dr. Friedrich Karl Weinspach, Hauptgeschäftsführer
der Chemieverbände NRW. Diese luden Arbeitgeber aus der Chemischen
Industrie Nordrhein-Westfalens ein, um über den Entwurf zum
Betriebsverfassungsgesetz zu diskutieren. Heftige Kritik bekam
der rot-grüne Reformentwurf, der dem Bedürfnis der Chemiearbeitgeber
nach einer modernen und flexiblen Betriebsverfassung in keiner
Weise gerecht wird.
Unverhältnismäßig steigt die zusätzliche Bürokratisierung:
Anstelle von Beschleunigung der Mitbestimmungsprozesse läuft
der Entwurf auf eine Verzögerung unternehmerischer Entscheidungen
hinaus.Das gilt für die Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung,
für Qualifizierungsmaßnahmen und für Investitionsentscheidungen.
So kostet einem mittelständischen 200-Mann-Chemieunternehmen
allein die Freistellung eines Betriebsratsmitglieds im Jahr
100.000 DM. "Die Rechnung ist einfach, aber zu hoch", so Dr.
Friedrich Karl Weinspach, "wir haben rund 450 Mitgliedsunternehmen
und davon sind 80 Prozent Mittelständler mit weniger als 300
Arbeitnehmern."
Die Wahrnehmung von zukünftigen Rechten wird besonders im
Umweltschutzbereich überstrapaziert. Mühsam erreichte Fortschritte
z.B. |
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bei der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren
für Industrieanlagen werden durch geplante Erschwerungen und
Verzögerungen im laufenden Betrieb praktisch wieder zunichte
gemacht. "Unserem Bedürfnis nach Entbürokratisierung stehen
zusätzliche Abstimmungsgremien entgegen." So wird die Umsetzung
notwendiger Maßnahmen in personellen sowie wirtschaftlichen
Angelegenheiten weiter erschwert.
Nicht nur steigende Kosten, mehr Bürokratie, weitere Reglementierungen
und vor allem die geplante Ausdehnung der Mitbestimmung wurden
von den über 120 Teilnehmern kritisiert, sondern auch der
Umgang der rot-grünen Bundesregierung mit den Unternehmern.
Als erster Verband wendeten sich die Chemie-Arbeitgeber (BAVC)
im Sommer 2000 mit einem eigenen Positionspapier zur Betriebsverfassung
an die Bundesregierung. Doch die Anregungen wurden nicht berücksichtigt.
"So wird Deutschland im Alleingang die Mitbestimmung ausdehnen
und uns im weltweiten Wettbewerb in eine noch stärkere Außenseiterposition
drängen", so der Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände NRW.
Anstatt die Mitbestimmung im deutschen Alleingang noch weiter
auszudehnen, sollte eine zukunftsfähige Betriebsverfassung
den europäischen und internationalen Kontext berücksichtigen.
Kontakt:
Chemieverbände NRW
Norbert Minwegen
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0211 - 679 31 44
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