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Pressemitteilung

Pressemitteilung 04. April 2000

NRW-Chemie erwartet deutliche Impulse für Produktion und Umsatz

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Düsseldorf (nom) Die Chemische Industrie Nordrhein-Westfalens rechnet nach einem guten Start zum Jahresbeginn dank einer weltweit günstigen Wirtschaftsentwicklung mit deutlichen Impulsen für Produktion und Umsatz. Die Auswirkungen der Asien-Krise sind über- wunden und die Chemiebranche befindet sich wieder auf Wachstumskurs. Der Branchenumsatz stieg 1999 um erfreuliche 5,1 Prozent auf rund 79 Mrd. DM. Wie bereits in früheren Jahren hat die Chemische Industrie in Nordrhein-Westfalen in stärkerem Maße von der dynamischen Entwicklung des Auslandsumsatzes profitiert. Hier konnten ab Sommer 1999 deutliche Zuwächse verzeichnet werden. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die mehr als ¾ der über 430 nordrhein-westfälischen Chemiebetriebe repräsentieren, erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage innerhalb der nächsten sechs Monate.

Trotz des Wachstums im letzten Quartal 1999 konnte der Beschäftigungsabbau noch nicht ganz gestoppt werden. Die Zahl der Beschäftigten der Chemischen Industrie Nordrhein-Westfalens ist 1999, nach Angaben der amtlichen Statistik, um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Danach betrug die Beschäftigtenzahl Ende 1999 rund 140.000. Dr. Michael Schulenburg, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Chemischen Industrie, Landesverband Nordrhein-Westfalen, und Vorsitzender der Geschäftsführung Cognis Deutschland GmbH betonte, dass ein Teil des Beschäftigungsabbaus allerdings auf Ausgliederungen von Unternehmen oder Unternehmensteilen im Servicebereich zurückzuführen ist. "Die dort Beschäftigten werden nun in der amtlichen Statistik nicht mehr der Chemiebranche zugeordnet, ihre Arbeitsplätze bestehen aber weiterhin."

Der Chemieerzeugerpreisindex lag im Durchschnitt des vergangenen Jahres noch immer rund fünf Prozent unter dem Niveau des Basisjahres 1995. Dies hat zur Folge, dass besonders auf dem Binnenmarkt sich kaum Preisspielräume ergeben. Weiterhin problematisch ist, dass im vergangenen Jahr die Erzeugerpreise bei chemischen Grundstoffen trotz einer leichten Erholung im Jahresverlauf um 5,1 Prozent zurückgegangen sind. Die gleichzeitig drastischen Rohstoffkostensteigerungen konnten bisher nicht über die Preise weitergegeben werden. "Dies hat die Ertragsmargen - nicht nur der nordrhein-westfälischen - Chemischen Industrie erheblich zusammengedrückt", so Schulenburg.

Ein Anliegen der Chemischen Industrie ist es weiterhin, Gespräche über eine Umweltvereinbarung in Nordrhein-Westfalen zu führen. Leider hat die Landesregierung diese Dialogbereitschaft noch nicht aufgenommen. Dabei ist die Chemische Industrie Spitzenreiter bei dem sogenannten EU-Öko-Audit. "Wir brauchen deshalb mehr Anerkennung für Eigenkontrollen, für die "Responsible Care"-Initiative der Chemischen Industrie und für freiwillige Management- und Überwachungssysteme", so Schulenburg. Diese und weitere Erwartungen an die zukünftige Landesregierung in NRW haben die Chemieverbände formuliert. Dabei steht die Bildung an oberster Stelle und soll damit verdeutlichen, dass sie auch oberste Priorität für das Land NRW und die Chemische Industrie besitzt. Das Land hat das Potenzial, nur muss es besser genutzt werden. Das Bildungssystem muss wieder in Bestform gebracht werden. Es darf nicht sein, dass in irgendeiner Region die jungen Menschen die Schulen, die Ausbildungsstätten besser qualifiziert verlassen als in NRW. Aus diesem Grund muss nachgebessert und eine stärkere Ausrichtung auf Beruf und Leben nach der Schule gesetzt werden. Dazu bietet die Chemiebranche NRW Kooperationsnetze zwischen allgemeinbildenden Schulen und der Wirtschaft an. In Nordrhein-Westfalen muss es zu einem stärkeren Austausch zwischen den zuständigen Ministerien und der Wirtschaft kommen. Nur so kann eine Bedarfsabdeckung erreicht werden.

Mit den "Eckpunkten der Chemischen Industrie Nordrhein-Westfalen zur Landtagswahl", so Dr. Friedrich Karl Weinspach, Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände NRW, "soll der Dialog zwischen Wirtschaft und Landesregierung fortgesetzt werden, damit unser Standort weiter an Kraft, Innovation und Investitionen gewinnt."

Die Chemische Industrie in Nordrhein-Westfalen hat ihre Hausaufgaben dazu gemacht. "Unsere Dialogbereitschaft besteht weiterhin!" so Schulenburgs Fazit auf der Wirtschaftspressekonferenz der Chemieverbände Nordrhein-Westfalen am 04. April 2000 in den Rheinterrassen Düsseldorf.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle der Chemieverbände NRW, Herrn Norbert Minwegen.

Tel.: 0211 / 67 93 144 Fax: 0211 / 67 93 188
e-mail: minwegen@nrw.vci.de
Homepage: www.nrwchemie.de

  Letzte Änderung: 23.05.2003 © Chemieverbände NRW 2003