|
Pressemitteilung
21. April 2004
Aufschwung
gesucht – leider nicht gefunden!
Düsseldorf, 21.
April. „Aus Sicht der Chemischen Industrie können
wir noch keinen Aufschwung erkennen. Die aktuellen Prognosen basieren
mehr oder weniger auf dem Prinzip Hoffnung und der Erkenntnis, dass
es irgendwann einmal ja wieder aufwärts gehen muss. Die Chemische
Industrie ist als Vorlieferindustrie eine Art Seismograph für
wirtschaftliche Entwicklungen und Trendwenden und unsere Sensoren
zittern noch nicht einmal“, so Dr. Michael Schulenburg, Vorsitzender
des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. (VCI) NRW, auf dem Wirtschaftspressegespräch
der Chemieverbände NRW.
Die Produktion der nordrhein-westfälischen
Chemie ist im Jahr 2003, anders als auf Bundesebene, um
4,7 % deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig konnte die
Beschäftigung mit einem Plus von 0,5 % gut gehalten
werden, was allerdings eine deutliche Erhöhung der Lohnstückkosten
mit sich führte. Der Anstieg der Lohnstückkosten und der
starke Anstieg des Ölpreises haben im vergangenen Jahr die
Erträge der gerade in NRW überproportional vertretenen
erdölnahen Chemie erheblich unter Druck gesetzt. Es zeichnet
sich auch für das laufende Jahr noch keine Trendwende ab.
Die nach wie vor unsichere
geopolitische Entwicklung, der starke Euro und die geringe Investitionsneigung
des verarbeitenden Gewerbes sind wohl die wesentlichsten Risikofaktoren
für eine künftige Erholung der Konjunktur. Auch national
wird die Liste der wirtschaftshemmenden Faktoren für die Chemische
Industrie immer länger. So beeinflussen beispielsweise das
Wasserentnahmeentgelt in NRW, die geplante Ausbildungsplatzabgabe
sowie die stetig steigenden Energiepreise und Lohnnebenkosten deutlich
die Wettbewerbsposition. In der chemischen Industrie denken daher
auch immer mehr mittelständische Unternehmen über Standortverlagerungen
nach, um dem zunehmenden Wettbewerbsdruck standhalten zu können.
Der bevorstehende Tarifabschluss
ist aus Sicht der Chemischen Industrie mit entscheidend, ob die
Industrie die wirtschaftliche Schwächephase mit leichten Blessuren
oder mit schweren Verletzungen überstehen wird. Die Industrie
hofft jedoch dabei auf die Verantwortung, welche die IG BCE neben
den Arbeitnehmern auch gegenüber den Unternehmen hat.
„Ein Tarifabschluss,
der auf dem Prinzip Hoffnung basiert und wieder, wie in den Vorjahren,
nicht der wirtschaftlichen Realität entspricht, wird manchem
Unternehmen in der jetzigen Situation deutlich stärker schaden,
als dem einzelnen Arbeitnehmer eine Tariferhöhung um den einen
oder anderen Prozentpunkt nutzen würde“, so Dr. Schulenburg.
Kontakt:
Chemieverbände NRW
Leiter Kommunikation
Uwe Wäckers
Tel.: 0211 / 67 93 144
Mobil: 0179 / 13 652 52
e-mail: waeckers@nrwchemie.de
|