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Pressemitteilung
NRW-Chemie beendet Geschäftsjahr
mit 12,5 Prozent Umsatzwachstum
- Auslandsaufträge beflügelten
Chemiegeschäft - Düsseldorf (nom)
Mit fast 90 Milliarden D-Mark erzielte die nordrhein-westfälische
Chemieindustrie im Jahr 2000 ein sehr gutes Umsatzergebnis. Eine
zweistellige Zuwachsrate des Umsatzes war zuletzt 1984 erreicht
worden. Neben der guten konjunkturellen Lage sorgte der schwache
Euro für einen zusätzlichen Währungseffekt bei den
Geschäften. Vor allem die gute Wirtschaftssituation der Chemischen
Industrie in Europa hat sich für Nordrhein-Westfalen positiv
ausgewirkt: mit rund 34 Prozent Umsatz ist die Chemieindustrie NRW
Deutschlands Nummer 1.
"2000 war für die nordrhein-westfälische Chemie ein
Jahr des Aufschwungs", so Dr. Michael Schulenburg, Vorstandsvorsitzender
VCI NRW, beim nordrhein-westfälischen Wirtschaftspressegespräch
des Verbandes der Chemischen Industrie. "Die zu Beginn des
Jahres 2000 bestehende Befürchtung, dass aufgrund der Rohölpreisentwicklung
der Umsatz abflacht, hat sich nicht bestätigt." Der Branchenaufschwung
verfestigte sich insgesamt und hat im Laufe des Jahres 2000 an Stärke
gewonnen. Eine der Hauptursachen war erneut das sehr gute Auslandsgeschäft.
Dazu Dr. Michael Schulenburg: "Auf der anderen Seite litten
jedoch unsere Chemieunternehmen unter den Preissteigerungen für
Rohöl und dessen Folgeprodukten. Diese Preissteigerungen konnten
nur graduell und auch nicht in allen Chemiesparten an den Markt
weitergegeben werden."
Vom Konjunkturaufschwung in NRW profitierten vor allem jene Chemiesparten,
die Erzeugnisse zur industriellen Weiterverarbeitung herstellen.
Der Umsatz chemischer Grundstoffe legte gegenüber dem bereits
sehr guten Jahr 1999 um gut 20 Prozent zu. Auch der Umsatz von Pharmazeutischen
Erzeugnissen bewegte sich das ganze Jahr auf hohem Niveau und übertraf
1999 um 7 Prozent. In der Herstellung von Anstrichmitteln, Druckfarben
und Kitten wurde das Produktionsniveau von 1999 sogar um 9 Prozent
gesteigert.
Das Jahr 2000 verlief allerdings nicht für alle Sparten der
Chemischen Industrie zufriedenstellend. Das Produktionsniveau bei
Seifen, Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln, bei Chemiefasern
sowie Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln
steht nicht in Relation zu den hohen Umsatzveränderungen der
anderen Sparten.
Unzutreffend gibt die amtliche Statistik die Realität der
Chemiebeschäftigung wider. Danach waren im Durchschnitt des
Jahres 2000 rund 134.000 Menschen in der Chemischen Industrie tätig,
2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. "Diese Statistik zeichnet
jedoch ein falsches Bild", so Dr. Friedrich Karl Weinspach,
Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände Nordrhein-Westfalen.
"Durch Auslagerung von Unternehmensteilen werden Arbeitsplätze
zukünftig statistisch anderen Branchen zugerechnet; aber es
gibt sie noch." Bestätigung findet der Verband der Chemischen
Industrie NRW in einer gemeinsamen Branchenanalyse des Bundesarbeitgeberverbandes
Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und
Energie (IG BCE). Darin wird festgestellt, dass der langjährige
Beschäftigungsabbau in der Branche praktisch zum Stillstand
gekommen ist. Der Tarifabschluss 2000 war dabei ein Beitrag zur
Beschäftigungssicherung: die Kosten bleiben verkraftbar und
die fast zweijährige Laufzeit gibt Planungssicherheit für
die Unternehmen.
In die Zukunft gerichtet zeichnet sich schon heute ein Beschäftigungsproblem
für die Chemiebranche ab. Die Rekrutierung junger hochqualifizierter
Naturwissenschaftler wird zunehmend schwieriger. Eine der Hauptursachen
liegt in den abnehmenden Absolventenzahlen naturwissenschaftlicher
Studiengänge in den letzten Jahren. Eine Trendwende soll die
Erweiterung des bestehenden Stipendienprogramms sowie eine intensivere
Schul- und Hochschulförderung erreichen. Insgesamt 5 Millionen
Mark stellt der Verband der Chemischen Industrie bundesweit jährlich
zur Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses zur Verfügung.
In das Geschäftsjahr 2001 sieht die Chemische Industrie NRW
mit "gedämpftem" Optimismus. Ein Grund dafür
ist die gemeinsam mit der Schwächung der US-Konjunktur einhergehende
sinkende Exportnachfrage. "Wir hoffen aber, dass die europäische
und deutsche Wirtschaft stark genug ist, um die nachlassenden Exporte
in die USA zu kompensieren. Auf jeden Fall kommt dem Inlandsgeschäft
2001 eine große Rolle zu", so Dr. Michael Schulenburg.
Positive Impulse sind von der zu Beginn des Jahres in Kraft getretenen
Stufe der Steuerreform zu erwarten. Der wachsende private Konsum
nährt die Hoffnung, dass sich dieses Jahr für die Anbieter
konsumnaher Chemieerzeugnis-se erfreulicher gestalten wird als das
Jahr 2000. "Sorge bereitet uns aber die erneute Schwächung
der Standortfaktoren durch die Bundesregierung im Bereich der Sozialpolitik.
Ich erwähne hier nur das neue Teilzeitgesetz sowie die Novellierung
des Betriebsverfassungsgesetzes", so Dr. Friedrich Karl Weinspach.
"Die unnötige Einschränkung unternehmerischer Handlungs-spielräume
verzögert Investitionen."
Anmerkung:
Tabellen und Grafiken zum Geschäftsjahre 2000 sowie die Rede
des Vorstandsvorsitzenden VCI NRW können unter www.nrwchemie.de
- News und Wirtschaftszahlen - abgerufen werden.
Kontakt:
Chemieverbände NRW
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Norbert Minwegen
Tel.: 0211 - 679 31 44
Fax: 0211 - 679 31 88
Mobil: 0172 - 85 700 71
E-Mail: minwegen@nrw.vci.de
Homepage: www.nrwchemie.de
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